Notare Dr. Martin Leiß und Lucas Wartenburger

Mitunter ist es nötig, dass notarielle Urkunden in Fremdsprachen oder zweisprachig abgefasst werden, v.a. wenn sie im Ausland oder im internationalen Geschäftsverkehr verwendet werden sollen.

Bei reinen Unterschriftsbeglaubigungen ist dies überhaupt kein Problem. Notare können Unterschriften beglaubigen, auch wenn sie die Sprache des unterschriebenen Textes nicht verstehen. Auf Wunsch können wir auch den Beglaubigungsvermerk in verschiedenen Sprachen anfertigen.

Anders bei "echten Beurkundungen": Wenn der Notar den Text vorlesen und erklären soll, so muss er ihn selbstverständlich auch verstehen. Wir übernehmen Beurkundungen von bereits vorbereiteten Texten in folgenden Sprachen: Englisch, Französisch, gelegentlich auch Spanisch. Ein einigen Fällen können wir in diesen Sprachen auch selbst Entwürfe erstellen, v.a. bei Vollmachten zum Kauf / Verkauf von Immobilien oder zur Gründung / Kauf / Verkauf von Gesellschaften.

Bitte sprechen Sie uns hierzu rechtzeitig an. Oft muss im Vorfeld noch mit ausländischen Beratern abgeklärt werden, ob eine Beglaubigung ausreicht oder eine Beurkundung erforderlich ist. Diese Angelegenheiten können daher nicht ohne vorherige Terminvereinbarung erledigt werden.

Wenn einzelne oder gar alle Vertragsbeteiligte die Sprache der notariellen Urkunde nicht verstehen, so muss diese (außer bei reinen Unterschriftsbeglaubigungen) übersetzt werden. Das Gesetz sieht hierzu zwingend die Einschaltung eines Dolmetschers vor. Darüber hinaus muss die Urkunde auch vorab schrifltich übersetzt werden, wenn die Vertragsparteien dies wünschen.

Nur in wenigen ganz einfach gelagerten Fällen kann der Notar selbst die Rolle des Dolmetschers übernehmen. Ansonsten müssen externe Dolmetscher mitgebracht werden. Diese müssen nicht unbedingt gerichtlich vereidigt sein, aber

  • sie müssen die Deutsche Sprache und die Fremdsprache (und zwar nicht nur die Alltagssprache, sondern auch die Rechtssprache) hinreichend beherrschen
  • sie dürfen nicht selbst am Vertrag beteiligt sein
  • sie dürfen nicht mit Vertragsparteien verwandt oder verschwägert sein
  • sie und ihre Verwandten dürfen durch den Vertrag keinen rechtlichen Vorteil erlangen.

Bitte informieren Sie uns vor der Beurkundung rechtzeitig, wenn Sprachschwierigkeiten zu erwarten sind. Wir sind Ihnen bei der Suche nach einem geeigneten Dolmetscher gerne behilflich.

Ganz unabhängig von der Sprache der Urkunde ist die Frage, ob für den Vertrag ausländisches Recht gilt. Gerade im Erb- und Familienrecht ist dies häufig der Fall, wenn Beteiligte eine ausländische Staatsangehörigkeit haben oder hatten oder weil Immobilien im Ausland vorhanden sind.

Selbstverständlich kennen wir nicht das Recht sämtlicher Staaten dieser Welt. Wir können Sie hin und wieder auf uns bekannte Fallstricke des ausländischen Rechts aufmerksam machen, aber eine belastbare und vollständige Auskunft zu Fragen des ausländischen Rechts erhält man (wenn überhaupt) nur durch die Hinzuziehung eines externen Experten.

Wenn Sie einen Bezug Ihrer Angelegenheit zum Ausland vermuten, sollten Sie uns jedenfalls darauf ansprechen und die weiteren Schritte mit uns abstimmen.