Notare Dr. Martin Leiß und Lucas Wartenburger

Um es kurz zu machen: "Die einzig richtige" Rechtsform für alle gibt es nicht - sonst bräuchte man ja auch nur diese eine.

Die Rechtsform muss zu Ihren Plänen passen, ebenso wie die Geschäftsräume und die Kapitalausstattung. Nur in wenigen Fällen (z.B. bei Freiberuflern) gibt der Gesetzgeber die Form vor, für alle anderen gibt es ein breites Sortiment:

  • die Aktiengesellschaften (börsennotierte oder sog. "kleine" AG, die seltene KGaA oder die europäische Aktiengesellschaft SE)
  • die gute alte GmbH mit ihrer kleinen Schwester, der UG (haftungsbeschränkt)
  • die Personenhandelsgesellschaften (OHG und KG)
  • die Kapitalgesellschaft & Co., v.a. die GmbH & Co. KG
  • die BGB-Gesellschaft und die Partnerschaftsgesellschaft
  • das Einzelunternehmen, den eingetragenen Kaufmann / die eingetragene Kauffrau
  • typische und atypisch stille Gesellschaften, Unterbeteiligungen und Treuhandschaften

Damit ist man noch längst nicht am Ende. Es fehlen z.B. Genossenschaften, wirtschaftliche Vereine, unternehmenstragende Stiftungen, der EWIV und zahlreiche inzwischen auch in Deutschland vorkommende ausländische Gesellschaftsformen, v.a. die englische Ltd. All diese Rechtsformen haben (wenn auch z.T. nur in einem kleinen Bereich) ihre Existenzberechtigung.

Allein die Anzahl der Möglichkeiten zeigt, dass man sich bei der Rechtsformwahl nicht auf das Gefühl oder irgendwelche Tips verlassen sollte. Die Wahl der richtigen Form ist eine zentrale Weichenstellung bei der Existenzgründung und bei der späteren Weiterentwicklung. Spätere Änderungen sind häufig teuer und gelegentlich steuerlich außerordentlich schwierig. Es lohnt sich also, mit diesem Thema die richtigen Berater zu befassen, einer allein reicht meist gar nicht.